Gitano … wie ein spanisches Pferd in die Oberlausitz findet! – Teil 3

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Ende Oktober 2015: Samstag wurde Gitano auf die Reise geschickt. Nach „endlosen Jahren des Wartens“ – in Echtzeit waren es 4 Tage – kam der ersehnte Anruf:
„Servus! I hoab Eur Pferdchen daboi – wird zwischn 23 und 0 Uhr werdn“ 😀
ENDLICH! 23.00 Uhr – das ist nicht mehr lang. Das sind nur noch zwei Stunden. Na dann los, alles zusammenpacken und ab in den Stall, schonmal Kaffee für die Fahrerin ansetzen und nochmal alles abchecken!
Nachdem ich so um die 5 bis 10 Kilometer im Hof meine Kreise gelaufen habe, kam dann genau 0.00 Uhr der Transporter um die Ecke. Es standen 2 Pferde drinnen. Ein ganz cooles und eines, das ein wenig aufgeregt schien. Ähm – das ganz coole war nicht für uns! 😉
Gitano war sehr aufgeregt, hat uns aber sofort erkannt. Wir brachten ihn gleich in seinen Offenstall – ganz nach hinten in die letzte Parzelle. Er musste also erst einmal an den vielen Stuten vorbei, die da sehr interessiert nach dem neuen Typen wieherten. Sofort fing er an, zu posieren und zeigte, wie schön er ist.
Im neuen Reich angekommen, schaute er sich zögerlich um und wir lockten ihn mit Leckereien in jede Ecke, denn er war schon sehr zurückhaltend und unsicher. Carmens Tipp, Wassermelonen zu füttern, sollte unbedingt befolgt werden. Auch wenn es um diese Zeit in D nicht so einfach (und auch ziemlich teuer) ist, solltet Ihr Euch wirklich 2 große Melonen besorgen. Zum Einen mochte Gitano die sehr gern, zum Anderen bringt es die Verdauung und den Stoffwechsel wieder in Fahrt. Wir fütterten erst einmal eine halbe Melone (zusätzlich angereichert mit Elektrolyten) und etwas Heu. Nachdem er sich dann beruhigt und wir ihn ganz oft gestreichelt hatten, ließen wir ihn allein, damit er sich entspannen und vielleicht ein wenig ruhen konnte.

GitanoHome2

Keine 5 Stunden später standen wir schon wieder ganz neugierig an seinem Paddock und er schaute genauso neugierig zurück – kam gleich auf uns zu. Wir machten ihn mit Cliff (unserem Pony) bekannt und stellten es auf die direkt angrenzende Koppel, sodass sich die beiden erst einmal gefahrlos durch den Zaun kennenlernen konnten. Das ging dann auch recht schnell – bissel schnuppern, bissel quitschen, dann hatte (vorerst) Cliff das sagen. Die beiden scheinen sich zu mögen – gedroht oder getreten wurde nicht.
Zeit für die nächste Melone und ein wenig Kraftfutter! Damit Cliff nicht sauer wird, bekam auch er ein Stück Melone angeboten, lehnte aber dankend ab. 😉
Gitano war immer noch ziemlich aufgedreht, zuckte wegen jeder Kleinigkeit und ging sofort um die Ecke nach Cliff schauen, wenn ihm etwas komisch vorkam. Da Cliff das coolste Pony der Welt ist und ihn praktisch absolut garnix aus der Ruhe bringt, beruhigte auch er sich ganz schnell wieder.

Heute, nicht einmal 2 volle Tage nach seiner Ankunft, hat der schicke Spanier schon sehr viel Selbstvertrauen gefunden, bekam jede Menge Besuch neugieriger Zweibeiner, schickt Cliff jetzt von seiner Futterstelle weg und wird langsam aber sicher lebhaft. Er hat nun auch richtig Knast (ich sage nur Melone bringt die Verdauung in Schwung!) … frisst sich erst einmal so richtig satt. Wir werden die Tage mal einiges an der Longe probieren und wenn er noch etwas gelassener geworden ist, mal eine Runde mit Cliff zusammen spazieren gehen. Dann gibt es auch wieder bessere Fotos von der richtigen Kamera! 😉

Tag 3 – Zeit, ihn mal etwas toben zu lassen. Der Weg zum Putzplatz und Reitplatz ist noch sehr aufregend, aber das gibt sich mit der Zeit. Überhaupt funktioniert Schrecktraining bei ihm sehr gut! Beim ersten mal springt er noch weg, beim zweiten mal zuckt er nur kurz, beim dritten mal bleibt er gelassen – schlauer Kerl! :-)


Tag 6 – Nach weiterer Eingewöhnung, Kraftfutter und nun schon Langeweile sollte mal Sattel und Zaum angelegt werden. Davor durfte er ein wenig toben… Jaja, ein wenig! Der große Reitplatz könnte ruhig doppelt so lang sein, so ging er ab! „Da soll ich mich drauf setzen?“ fragte Mandy.
„Weiß nicht – lass mal noch bissel laufen, dann vielleicht.“ – so richtig sicher war ich mir da auch nicht, denn der hat erst einmal den kompletten Boden aufgelockert! :-)
30 Minuten später saß Mandy zum ersten Mal hier bei uns auf dem Reitplatz drauf. Wir hatten ihn noch einige Runden an der Longe, dann frei. Dabei entstand das folgende (Handy)-Video … wiedermal Tschuldigung für die schlechte Bildqualität. Ich gelobe Besserung!
Es sieht natürlich noch nicht ganz rund aus, aber für die ersten 10 Minuten anfühlen war es einfach großartig! Sie wird ihn nun regelmäßig mit ins Training nehmen.
Im Prinzip endet die Geschichte hier an der Stelle. Ich werde aber noch eine weitere Seite anhängen, auch um seine körperliche Entwicklung zu dokumentieren und um zu zeigen, wie das Team weiter zusammenwächst. Die Entwicklung der letzten Tage war jedenfalls großartig! Gitano und Mandy sind happy. Na ich selbst natürlich auch. Nur Cliff ist etwas angesäuert, weil er sich nicht mehr in aller Seelenruhe – vollfressen kann. 😉

 

weiter zu Teil 4!