Gitano … wie ein spanisches Pferd in die Oberlausitz findet! – Teil 5

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Alles wird gut! 😉

Juli 2016
Seminar bei Kenzie: Mandy war bei einem Seminar mit Kenzie Dysli als „Zuschauer“. Kenzie ist beeindruckend! Auch für mich, obwohl ich sie ja garnicht kenne. Offenbar hat Mandy sehr genau aufgepasst, denn ich sehe deutlich, dass sie viel klarer mit beiden Pferden umgeht und ruhiger und viel souveräner wirkt. Es ist schon gut, ab und zu mal etwas Geld in die Hand zu nehmen und sich weiter auszubilden – sei es durch ein gutes Buch oder eben durch so eine Veranstaltung. Die Pferde danken es einem, denn sie verstehen einen besser. In Bezug auf dieses Seminar muss ich sagen, dass es meiner Frau viel mehr gebracht hat, als alle Bücher, Videos und guten Tipps zusammen.
Ebenso war es nach dem stundenlangen Chat mit Carmen Ganzenmüller, die sich sehr aktiv in der „Aktion Gremlin“ einsetzt. Nachdem sich beide die Finger wund getippt hatten, klappten plötzlich Dinge, die vorher einfach nicht gingen! Man muss „nur“ die richtigen Leute fragen, die helfen einen über riesige Hürden! Vielen Dank Carmen und Kenzie!

August 2016
Wir sind umgezogen! Endlich! Juchuuu! :-)
Nachdem unser Plan vom eigenen kleinen Pferdehof zunächst am Veto des Bauamtes scheiterte, haben wir nun doch noch ein Fleckchen für uns gefunden und bauen gerade wie die Weltmeister. Zuerst gabs ein Paddock – mit einem kleinen Stückchen Wald vom Nachbarn – quasi als Dauerleihgabe. Vielen Dank dafür!
Sobald die Bodenbefestigung und ein kleiner Roundpen angelegt waren, sind wir also mit unseren Pferdchen auf den 2-stündigen Marsch ins neue Zuhause gegangen. Der Tag war gut gewählt, denn das Wetter war sehr gut – den nächsten Tag sollte es dann richtig heftig regnen.
Unsere Reise war, bis auf die übliche Verfehlung eines Hundehalters, der uns unbedingt darauf hinweisen musste, dass die von uns gewählte Straße kein Reitweg sei (ich kann übrigens gar nicht reiten!), relativ entspannt. Nach einiger Zeit kamen wir dann allerdings parallel an eine Schnellstraße und sehr dicht dran. Das kannte Gitano noch nicht und war entsprechend aufgeregt. Als dann noch ein Oldtimer-Traktor um die Ecke knatterte, blieb ihm aus seiner Sicht nur noch die Flucht. Kappzaum sei Dank, ging die Flucht nur kreisförmig um Mandy herum – mit Halfter wäre er weg gewesen! 😉
Als die Straße hinter uns lag, beruhigte sich der Große dann und ließ sich auch den verlorenen Hufschuh wieder anziehen.
Genau am Ortseingangsschild „Ottenhain“ entspannte er sich dann vollkommen. Mandy sagte ihm nämlich, dass wir jetzt in Ottenhain seien – da hat sie ihm ja schon oft von erzählt. Cliff legte einen Zahn zu – Ottenhain! Er wusste auch genau, wo er zu Hause ist! Das Paddock wurde bezogen und seitdem ist Gitano wie umgewandelt! Er lässt sich deutlich weniger aus der Ruhe bringen, als das im Pensionsstall der Fall war. Die Bagger, Radlader und Rüttelplatte stören ihn nicht – er schaut interessiert zu, was da alles für ihn gebaut wird. 😉 Und unser eigenes Heu schmeckt so lecker, dass sich die Beiden sehr überwinden müssen zur Haferschüssel zu kommen.

14068380_590187641160459_7688866097494235704_oDass Gitano deutlich cooler geworden ist, bestätigte auch seine Hufpflegerin Silke, die kürzlich bei uns zu Besuch war. Völlig problemlos, ließ er sich die Füße wieder in Form feilen, obwohl einige Meter nebenan Erdmassen bewegt wurden. Da war sie selbst auch einigermaßen verwundert. :-)

Vorläufiges Fazit in Bezug auf den Umzug … Alles richtig gemacht! Trotz Baustress (aber da sind wir in Übung) hat Mandy im Moment genauso viel Zeit, mit den Pferden zu arbeiten, wie vorher. Es ist halt alles deutlich einfacher sauber zu halten. Die Wege sind kürzer. Der Boden ist wetterfest. Man kann sich hinsetzen und die Pferde beobachten, hat mehr Zeit fürs eigene Kind, das in letzter Zeit schon zurückstecken musste. Zu Hause ist eben zu Hause! Und wenn die Flächen sinnvoll und nach logistischen Gesichtspunkten angelegt werden, dann hält sich der Arbeitsaufwand ganz deutlich in Grenzen.
Sobald alles fertig ist, kann sich meine Frau noch viel mehr mit ihren Pferden beschäftigen. Solche Möglichkeiten hatte sie noch nie. Wir erfüllen gerade ihren Kindheitstraum! 😀
Fazit zu Gitano! Es ist schon Wahnsinn, wie sehr er uns spiegelt und wie stark er auch die schlechte Stimmung wahrgenommen hat. Wir haben natürlich immer versucht, locker zu sein, wenn wir im Pensionsbetrieb bei ihm waren – aber den kannste nicht vorführen, er hat es immer gemerkt, dass irgendwas nicht richtig ist.
Wir haben uns gewünscht, dass er etwas lockerer wird, wenn wir umgezogen sind. Jetzt ist er aber tatsächlich wie umgewandelt! Er ist richtig lieb (das war er schon immer) und zufrieden und aufmerksam und fängt auch an, seinen Schalk zu zeigen. Wir sind total glücklich mit ihm – er ist einfach wunderschön und wird dann, wenn er erstmal ordentlich Muskeln aufgepackt hat, ein richtig beeindruckender stolzer Spanier werden. 😀

Hier geht es dann weiter, wenn es Neuigkeiten zu berichten gibt. 😉