TRIANERO LXXXII … wie er in unser Leben trat

Angefangen hat alles im Dezember 2013. Ich saß zu Hause auf der Couch und stöberte in Facebook. Susanne hatte einen Beitrag der Seite Gremlins in Not, von der ich bislang noch gar nichts gehört hatte, geteilt. Da stand er, der arme Tropf, viel zu lange Hufe zusammen mit seinem Bruder Bolindre. Er hat mich gleich angesprochen, keine Ahnung warum.

Trianero1Auf dem Bild war er gerade 2,5 Jahre alt.
Und dann der Schreck – er und sein Bruder hatten noch zwei Wochen, dann sollten beide nach Italien. Ich zeigte meinem Mann Andreas das Bild und erzählte ihm alles. Sein Kommentar: „Dann kauf ihn halt.“ Ich starrte ihn ziemlich entgeistert an – ein Pferd einfach so – der spinnt doch. Ich, die ihr Leben lang von einem Pferd geträumt hat und jetzt aber mit 43 kaum noch reitet, zwei Kinder einen Hund und eine Kanzlei zu versorgen hat (mein Mann ist schon ein großer Junge ;-)) soll sich ausgerechnet jetzt einen vollkommen unausgebildeten 2,5 Jahre jungen Hengst zulegen? Mal davon abgesehen, dass ich es auch zu meiner aktiven Reiterzeit ausschließlich mit „fertigen“ Pferden zu tun hatte. Fragen über Fragen: Wer ist eigentlich diese Carmen Susenburger? Ist sie vertrauenswürdig? Was ist wenn ich mit dem Kerlen nicht klar komme, wo soll er überhaupt stehen? Was ist wenn er nicht gesund ist? Was… was und noch mal was! Wahrscheinlich aber meine letzte Chance, jemals die stolze Besitzerin eines Pferdes und dann noch eines stolzen Spaniers zu sein.

Erster Schritt : Googeln – wer ist Carmen Susenburger?
Zweiter Schritt: Jemanden anrufen, der tagtäglich mit Pferden zu tun hat.
Hier fiel meine Wahl ganz schnell auf Andrea und Uli. Andrea reitet auch in unserer Gruppe der Landshuter Hochzeit dem „Polnischem Adel zu Pferd“ mit und hat mit Uli, ihrem Mann einen eigenen Hof mit Pferden. Dies war auch meine erste Wahl um den Buben dort einzustellen. Eine tolle Offenstallhaltung und ich habe immer einen Ansprechpartner, falls ich überfordert bin (was dann tatsächlich ziemlich oft der Fall war). Besser kann es einem Pferd nicht gehen als bei diesen tollen Menschen zu stehen.
Von der Idee war Andrea grundsätzlich begeistert, also dass ich diesem Pferd das Leben schenke, leider allerdings nicht von der Idee ihn als Einsteller bei sich aufzunehmen.
Erster Trianero2Tiefschlag – einige Anrufe bei anderen Ställen, alles nur halbherzig. Kurze Zeit später kam dann ein Anruf von Andrea – beide haben es sich anders überlegt – Trianero darf zu ihnen.
Und dann ging alles ganz schnell – Carmen wurde informiert und zur Sicherheit machten wir eine kleine AKU. Nachdem auch da alles ok war, wurde das Geld überwiesen und prompt wurde uns der Transporttermin mitgeteilt. Im Januar sollte er kommen.
Und dann war es soweit – er machte sich im Januar mit seinem Bruder Bolindre auf den Weg nach Deutschland.

Am 11.01.2014 rollte mitten in der Nacht der Truck an – wir alle waren mehr als angespannt – vor allem hofften wir, dass der kleine Kerl den langen Transport gut überstanden hat. Und dann stand er da – mein erstes Pferd. Ein richtiges Baby und ich fragte mich, ob ich mit meiner Größe ihn jemals reiten würde können.

Trianero lebte sich schnell ein, war anfangs etwas ungestüm (er konnte rein gar nix) und ist heute ein stattlicher, mittlerweile etwas zu rund geratener Spanier, der einem immer alles recht machen will und eher einem Hund gleicht. Ich habe selten so menschenbezogene Pferde erlebt und es macht auf jeden Tag Spaß, seine Entwicklung zu beobachten und sich mit ihm zu beschäftigen. Ich kann jedem nur Mut zusprechen, diesen wundervollen Tieren zu helfen – sie danken es einem jeden Tag!!

Update 05/2016: Trianero hat sein erstes Rittertraining hinter sich gebracht und hat es sehr gut gemacht! :-)
Hier sind die Fotos:

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